Chorkonzert am 16. März in Alte St. Martinskirche, München-Moosach um 17 Uhr

Gestaltung: Matthias Mielitz, Edvard Munch "Sommernacht am Strand" (1902-03)
Gestaltung: Matthias Mielitz, Edvard Munch "Sommernacht am Strand" (1902-03)

Mitwirkende bei den Konzerten

Solist:innen: Magdalena Hofer – SOPRAN, Clara Suckart – ALT und Konstantin Schäfer – BASS

Streichquartett: Francesca Santoro – VIOLINE 1, Sophia Brokamp – VIOLINE 2, Clara Suckart – VIOLA, Amrei Bohn –CELLO


Ave Generosa ist ein Stück des in Norwegen geborenen Pianisten und Komponisten Ola Gjeilo. Der Text stammt von Hildegard von Bingen, die diesen auch selbst in Form einer „Hymne an die Jungfrau“ vertont hat. Gjeilo verarbeitete jenen zunächst für vierstimmigen Frauenchor und später dann für vierstimmig gemischten Chor. Der Text beschreibt die Jungfrau als „edel“, „keusch“, „herrlich“ und „unberührt“. 

 

I denna ljuva sommartid – In dieser süßen Sommerzeit war ursprünglich ein in Deutsch verfasster Hymnus von Paul Gerhardt aus dem 17. Jahrhundert mit dem Titel „Geh' aus, mein Herz, und suche Freud“. Später wurde der Text ins Schwedische übersetzt und anschließend mehrfach vertont. Die Melodie ist auch heute noch ein Kirchenlied, welches sich großer Beliebtheit erfreut und vor allem bei Schulabschlüssen vor den Sommerferien gesungen wird. Anders Nyberg verwendet in seinem Arrangement des Stückes nur 2 der ursprünglich 15 Strophen, die vom Sommer handeln, der als Geschenk Gottes angesehen wird. 

 

Aus dem schwedischen Musikdrama Wie im Himmel stammt das Lied Gabriellas Song. Der 2004 erschiene Film wurde als bester fremdsprachiger Film bei den Oscars nominiert und handelt von dem international gefeierten Dirigenten Daniel Daréus, der nach einem Zusammenbruch seine Karriere abrupt beendet und in das Dorf seiner Kindheit zurückkehrt. Dort übernimmt er die Leitung des Kirchenchores und nimmt mit diesem an einem internationalem Chorwettbewerb teilnimmt. Eine der Chorsängerinnen ist Gabriella, die immer wieder von ihrem gewalttätigen Mann Conny geschlagen wird. Mit Gabriellas Song gelingt ihr dann die Befreiung.

 

Edward Grieg gilt vor allem im Ausland als der norwegische Komponist schlechthin. Seine größte Bedeutung liegt in der Klavier- und Kammermusik aber auch die beiden Peer-Gynt-Suiten erfreuen sich bis heute großer Beliebtheit. Daneben schrieb Grieg auch einige wenige Chorkompositionen, die zwar unbekannt, jedoch sehr wertvoll sind. Darunter sind z.B. die vier Psalmen für Bariton und gemischten Chor op. 74 zu nennen. Diese harmonisch avancierten Stücke basieren auf Volksmelodien seiner Heimat. Die Texte handeln vom Jesuskind. 

 

Die beiden Stücke Lähto und Sommarnatten stammen von dem finnischen Komponisten Einojuhani Rautavaara. Dieser ist hauptsächlich wegen seiner sinfonischen Kompositionen bekannt. Gefördert von Jean Sibelius, studierte er u.a. an der Juilliard bei Aaron Copland. Später erfolgte ein Privatstudium der Zwölftontechnik bei Wladimir Vogel. Aufgrund dieser unterschiedlichen Einflüsse komponierte er zunächst neoklassisch, dann seriell, neoromantisch und mystisch. Seit den 1980er Jahren verband Rautavaara postmodern alle Stilarten der Musik, die er beherrschte. In beiden oben genannten Stücken wird mit blockweisen Dreiklangsverschiebungen gearbeitet. 

 

Wie der Name schon andeutet, hat die Missa Popularis von Mårten Jansson ihre musikalischen Wurzeln in der schwedischen Volksmusik. Die einzelnen Sätze der Messe sind durch verschiedene Typen schwedischer Volksmusik inspiriert, die Jansson in seinem Elternhaus von seinem Vater auf der Violine hörte. So beschreibt Jansson im Vorwort der Messe ganz genau wie die verschiedenen Tänze bzw. Taktarten und Rhythmen „Polska“ im Kyrie, „Schottis“ im Gloria, „Gånglåt“ im Credo, „Bakmes“ im Sanctus und wiederum eine „Polska“ im Agnus Dei genau musiziert werden sollen. Der musikalische Reiz der Messe beruht auf der Kombination von Frauenchor (SSA) oder gemischten Chor (SSATB) und Streichquartett. Die Missa Popularis ist bisher eines der erfolgreichsten Werke Mårten Janssons.

 

Rakastava/op. 14 von Jean Sibelius ist ein viersätziger Liedzyklus, der von ihm ursprünglich als Männerchor komponiert wurde. Im gleichen Jahr begann er auch mit einer Orchestersuite auf der Vorlage des Männerchorsatzes. 1898 entstand dann eine vierstimmige Version von Rakastava – Der Liebende. Der Text stammt aus einem Buch mit finnischen Volksgedichten.