Wir proben das neue Programm: Mythen & Märchen

Die Konzerte sind geplant für den 15. & 22. November 2026.


Jaako Mäntyjärvi – Double, Double Toil and Trouble

Mitreißend, geheimnisvoll und voller dunkler Magie: Der finnische Komponist vertont den berühmten Hexenspruch aus Shakespeares Macbeth. Bei flüsternde Stimmen und Zaubersprüchen, rhythmischer Energie und schaurigen Klangfarben lässt er die Welt der Hexen lebendig werden – ein musikalischer Hexensabbat.

 

Max Reger – Zwei Königskinder

In der Vertonung der alten Ballade begegnen sich zwei sich liebende Königskinder, die durch einen tiefen Wassergraben getrennt sind. Fünf Strophen erzählen ihre tragische Geschichte von Sehnsucht, Hoffnung und schließlich dem gemeinsamen Tod im Wasser. Reger verbindet romantische Klangfülle und reiche Harmonie mit großer emotionaler Tiefe.

 

Ola Gjeilo – Unicornis Captivatur

Das Werk des norwegischen Komponisten verbindet mittelalterliche Mystik mit moderner Klangsprache. Der lateinische Text, der aus dem sogenannten Engelberger Kodex aus der Schweiz stammt, erzählt vom gefangenen Einhorn als Sinnbild für Christus, der für uns gegeißelt, ans Kreuz geschlagen und gestorben ist. Das Einhorn steht wie Christus für Reinheit, Opfer und Erlösung. Im Refrain singen wir dem "sterbenden Lamm" und dem "siegreichen König".

 

Trollmors vaggsång

In dem berühmten skandinavischen Volkslied singt eine Trollmutter ihre elf kleinen Trollkinder – zusammengebunden an deren Schwänzen, damit sie nicht davon krabbeln – in den Schlaf. Die musikalische Bearbeitung wandert in den Variationen spielerisch durch verschiedene Epochen der Musikgeschichte – von Renaissance und Barock über Klassik bis hin zur Romantik – und verbindet folkloristischen Charme mit musikalischem Witz.

 

Robert Schumann – Der Wassermann

Robert Schumann zeichnet in diesem Werk aus sechs Romanzen für Frauenchor die geheimnisvolle Gestalt des Wassermanns nach. Mit schmeichelnden Worten beim Tanz und verführerischen Klängen lockt er bevorzugt die schönen Jungfrauen aus Tübingen in die Tiefen des Neckars in seinen kristallenen Saal.

 

Maybebop – Der Erlkönig

Die bekannte A-capella-Gruppe Maybebop interpretiert Goethes berühmte Ballade für Stimme und Klavier auf überraschend moderne Weise. Sie arrangieren die Klavierbegleitung für gemischten Chor und lassen die einzelnen Akteure der Geschichte des Erklönigs wie den Sohn, den Vater und Erklönigs Töchter durch die einzelnen Stimmen des Chores wandern. Dabei verwandeln sie den düsteren Ritt durch die Nacht in ein packendes Erlebnis – spannend, dramatisch, virtuos und mit einem Augenzwinkern.

 

Gabriel Fauré – Les Djinns

In diesem Werk vertont Gabriel Fauré eines der bekanntesten Gedichte von Victor Hugos über geisterhafte Wesen der Nacht – Dschinns. Diese nähern sich zunächst aus weiter Ferne, wachsen zu einem gewaltigen Klangsturm an und verschwinden schließlich wieder in der Dunkelheit. Faszinierend ist dabei die musikalische Form: Chor und Klavier steigern sich wie ein aufziehender Wirbelwind zu dramatischer Größe und fallen danach wieder in geheimnisvolle Stille zurück.

 

Josef Rheinberger – Die Wasserfee

Josef Rheinberger erschafft mit diesem romantischen Chorwerk das Bild einer geheimnisvollen Nebellandschaft nahe des Strands, an dem Möwen in die Wogen stürzen, Wellen hin- und hertoben und eine Wasserfee aus den Tiefen auftaucht.